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11.01.21

Aktion Dry January

Foto: Pixabay

Wie bereits angekündigt, stellt sich Ihnen heute „Sebastian“, der Teilnehmer des Selbstexperiments vor. Sebastian (Name geändert) wird in den Wochenendausgaben des Januars von sich und seinen Erfahrungen in dieser Zeit berichten.  Diese Aktion ist nicht nur für den Teilnehmer, sondern auch für die Mitarbeitenden der Suchtberatung des Diakonischen Werkes spannend, da Sebastian dem Team der Suchtberatung nicht bekannt ist. Wir danken ihm an dieser Stelle für seine Bereitschaft, seine persönlichen Erfahrungen öffentlich zu teilen.

 

Vorstellung von Sebastian, unserem Teilnehmer:

 

Als ich das erst mal auf den “Dry January” angesprochen wurde, war ich überrascht. Nein, ich hatte noch nie etwas davon gehört. Zwar habe vor zwei Jahren mal während der Fastenzeit von Aschermittwoch bis Ostern auf Alkohol verzichtet.

 

Ich habe spontan “Ja” gesagt. Wobei mein Umfeld gleich sarkastisch anmerkte: “Dann musst du ja an Silvester noch mal so “richtig feiern”. Feiern ohne Alkohol ist in unserem Freundeskreis sehr selten. Die einzige anerkannte Ausnahme ist, dass der Fahrer bei auswärtigen Treffen selbstverständlich auf Alkohol verzichtet. Sonst wird man schon mit einer gewissen Beharrlichkeit aufgefordert, sich dem Spaß nicht zu entziehen.

 

Wir leben seit geraumer Zeit im schönen Altmühltal. Meine Frau und ich sind voll berufstätig, die drei erwachsenen Kinder leben verstreut in ganz Deutschland. Mein Beruf ist herausfordernd, aber nur bedingt extrem stressig. Meinen Lebensstil würde ich als sportlich und gesundheitsorientiert beschreiben. Neben Kochen sind Laufen und Reiten meine Hobbys.

 

Alkohol gehört eher unspektakulär zum Leben: Jeden Abend trinke ich zum Abendessen ein Bier. Mittags ab und zu ein alkoholfreies Bier. Am Wochenende wenn wir weggehen, uns mit Freunden treffen, kann es schon mehr sein. Sonntag bei einem guten Mittagessen ist ein Glas Wein selbstverständlich. Ich versuche mich an die Regel zu halten: vor 17 Uhr keinen Alkohol zu trinken.

 

Manchmal steuere ich meinen Alkoholkonsum gezielt: In Zeiten, in denen ich sportlich sehr aktiv bin, wenn ich beispielsweise für einen Halbmarathon trainiere, merke ich, dass ein starker Alkoholgenuss eher nachteilig für das Training ist. Dann verzichte ich. Denn Alkohol nimmt mir die Motivation und reduziert meine Leistung. An stressigen Tagen kann es sein, dass ich bewusst den beruhigenden Effekt von Alkohol nutze, um “runterzukommen”.

 

Über meinen Alkoholkonsum reflektiere ich eher, wenn ich in meinem Umfeld negative Auswüchse wahrnehme oder wenn davon erzählt wird. Beim “Dry January” möchte ich teilnehmen, um zu testen, wie schwer oder leicht es mir fällt, auf Alkohol zu verzichten und wie viel Energie ich dafür aufbringen muss.