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29.09.20

Den Blick weiten - das Gedankenkarrusell stoppen

 

 

Manchmal verbringen wir ganze Tage wie in einem Tunnel. Unser Blick wird dann sehr einseitig und ist fast ausschließlich auf die negativen Seiten unseres Lebens fixiert. Statt uns über das Blumenbeet am Straßenrand zu freuen, sehen wir nur das Unkraut.

Die folgende Übung ist sehr einfach, hat aber oft eine verblüffende Wirkung; so als bräche an einem düstern Tag plötzlich die Sonne durch die Wolken.

 

Los geht’s

 

Atme zunächst einmal tief durch: Atme tief ein und dann ganz tief aus. Um bewusst aus Gedankenschleifen, Sorgen, Grübeln, Ärger usw. auszubrechen, sagst du dir innerlich „Stopp!“.

Dann stell dir die Frage: Was ist in diesem Moment noch da?

1.    Lenke deine Aufmerksamkeit auf das Sehen. Was siehst du gerade? Finde mindestens fünf Dinge, die du sehen kannst.

2.    Lenke deine Aufmerksamkeit auf das Hören. Was hörst du in diesem Augenblick? Finde mindestens drei Geräusche oder Klänge, die dir gerade zu Ohren kommen.

3.    Richte deine Aufmerksamkeit nun noch auf deinen Körper: Was spürst du gerade? Versuche, mindestens drei Körperempfindungen zu registrieren.

 

Wiederhole die Punkte 1-3 dann noch ein- oder besser  zweimal.

Das war’s schon. Nun kannst du dich wieder deinem Alltag zuwenden.

 

Noch ein paar Hinweise zu der Übung

Mit diesen zwei bis drei Durchgängen wird es dir normalerweise gelingen, das Gedankenkarussell anzuhalten. Das klappt nicht immer, aber sehr oft – umso besser, je öfter du diese Übung machst.

                                                                                                                     

Es erleichtert die Konzentration, wenn du laut aussprichst, was du grade siehst, hörst oder im Körper spürst.

 

Bei 1. „Was sehe ich?“ nicht lange nachdenken. Schau dich einfach um, ganz egal ob du ein Auto, den Himmel, ein Haus, einen Menschen siehst.

Sieh etwas genauer und bewusster hin als sonst: Welche Farbe hat es? Welche Form? Es geht nur um das wirklich Sichtbare, nicht darum, es zu bewerten oder zu beurteilen.

Dasselbe bei 2. „Was höre ich?“: Egal ob Vogelgezwitscher oder Motorgeräusche oder Stimmen – einfach nur hören, ohne es zu bewerten.

Auch die Körperempfindungen bei Punkt 3. können sehr unterschiedlich sein: Vielleicht ein Kribbeln, eine Verspannung, Schmerz, der Bauch gluckert, etwas juckt, ich spüre den Kontakt der Füße zum Boden… Was auch immer: Spüre es einfach, nimm es wahr – verändere nichts.

 

 

Leicht bearbeitet aus dem Buch: „Füttere den weißen Wolf. Weisheitsgeschichten, die glücklich machen.“, München, 2016 von A. Long und R. Schweppe mit freundlicher Genehmigung der Autoren.