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19.05.20

JaS: Schüler hatten keine leichte Zeit

„Bitte haltet Abstand!“, „Setzt bitte die Masken richtig auf!“ – Sätze, wie diese, gehören derzeit zum täglichen Repertoire von Jugendsozialarbeiter Thomas Pfaffinger. Seit die ersten Schüler wieder an der Stephani-Mittelschule im sogenannten Präsenzunterricht sind, gilt es das Hygienekonzept umzusetzen. Eine Herausforderung für alle Beteiligten, denn nicht alle Jugendlichen hätten den Ernst der Lage im nötigen Ausmaß erkannt und immer wieder müssten sie auf die nun geltenden Regeln und Einschränkungen hingewiesen werden. „Schule war immer ein Ort der Begegnung, des Miteinanders“, schildert Pfaffinger. Nun müssen ebendiese sozialen Kontakte aufgrund der Corona-Pandemie auf ein Minimum zurückgefahren werden. Deshalb sind vor Ort an der Schule neue Wege und Methoden auch in der Jugendsozialarbeit gefordert.

Noch vor zwei Monaten war das Büro des Sozialpädagogen ein zentraler Anlaufpunkt für die jungen Menschen im Schulalltag. Derzeit finden hier aufgrund der beengten Größe keine Gespräche statt. Bei Bedarf wird auf ein Klassenzimmer ausgewichen, da hier der nötige Abstand gewährleistet ist. Die Erfahrungen der ersten Wochen zeigen aber vielmehr, dass das Gesprächsangebot in Form von Spaziergängen rege genutzt wird. Vor allem nachmittags ist der Jugendsozialarbeiter nun mit den Teenagern im Freien unterwegs, was auch viele Vorteile mit sich bringt: „Die Jugendlichen haben nach den langen Corona-Wochen einen enormen Redebedarf. Die Unterhaltungen beim Spazierengehen sind sehr tiefgehend. Es gibt keine Störungen beim Reden.“

Zudem können gemeinsam besondere Ecken Gunzenhausens entdeckt und erkundet werden. „Inzwischen dürfte ich schon ein paar Mal den Altmühlsee umrundet haben“, erzählt Pfaffinger schmunzelnd.

Den Jungen und Mädchen tut es sichtlich gut, sich die Belastungen und Erlebnisse der vergangenen Monate von der Seele zu reden. Das kann Lea Schaller nur bestätigen. Sie geht in die zehnte Klasse und weiß aus eigener Erfahrung, dass die Corona-Zeit für Schüler nicht ganz einfach war und ist. „Es ist schön, jetzt wieder etwas Normalität zu haben. Und Thomas Pfaffinger macht uns das mit seinem Angebot einfacher“, erklärt sie.

Der Stillstand hat alle gelähmt, „nun ist es umso wichtiger, auch wieder hoffnungsvoll nach vorne zu blicken und Pläne zu schmieden“, ergänzt der Jugendsozialarbeiter. Schließlich stehen Abschlussprüfungen und dann die Aufnahme von Ausbildungen vor der Türe.

(Textauszug vom im Altmühlboten am 16. Mai veröffentlichten Artikel "Schüler hatten keine leichte Zeit")

Foto: Tina Ellinger