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07.02.17

Seminar-Wochenende der Konfliktlotsen

Die zukünftigen neuen Streitschlichter der Stephani-Mittelschule Gunzenhausen und der Altmühlfranken-Schule Weißenburg verbrachten ein viertägiges Seminar im Jugendhaus in Ramsberg. Dort wurden die Jungen und Mädchen durch die Jugendsozialarbeiter Veronika Schmalz, Denise Mayer (beide beim Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen tätig) und Thomas Pfaffinger (Diakonisches Werk Weißenburg-Gunzenhausen) intensiv auf ihren Dienst vorbereitet. In die abwechslungsreiche wie anspruchsvolle Ausbildung brachten sich zudem die bereits aktiven Konfliktlotsen sowie die Schulbegleiterin Doris Lechner und als Ehrenamtlicher Lukas Baumgärtner mit ein. Finanziell erst möglich wurde die Bildungsmaßnahme durch Zuwendungen der Fördervereine der beiden Schulen, des Lions Clubs Gunzenhausen sowie der Regierung von Mittelfranken.

Der erste Tag im Jugendhaus stand ganz im Zeichen des gegenseitigen Kennenlernens der insgesamt 39 Teilnehmer. Die Betreuer legten während des gesamten Seminars viel Wert auf Kleingruppenarbeit und verschiedene Rollenspiele. Dadurch konnten sich die Kinder und Jugendlichen sehr praxisnah mit der Streitschlichtung auseinandersetzen und sich selbst in einem geschützten Rahmen ausprobieren.

Am Samstag-Vormittag galt es so, die Grundlagen der Mediation zu erarbeiten. Die Ergebnisse wurden schließlich auf Plakaten jeweils im Plenum präsentiert. Dem großen Ziel der „win-win-Lösung“ näherten sich die Teenager schließlich beim Thema der Konfliktlösungsmodelle. Anschließend wurde noch anhand einer Skalierung ergründet, wie man angemessen und gut auf Provokationen reagieren kann. Kreativ ging es zu Beginn des Nachmittags zu, als alle dazu aufgefordert waren, Steine mit Farben zu gestalten. Diese werden zu einem Kunstwerk zusammengefügt, das den häufig auch „steinigen Weg“ einer Schlichtung bis hin zur Konfliktlösung darstellen soll. Abends trainierten die Teilnehmer noch, wie man bei Konflikten beispielsweise auf dem Pausenhof adäquat und ohne sich in Gefahr zu bringen, eingreifen kann.

Am nächsten Vormittag wurde nahegebracht, dass es geschlechtsspezifische und kulturelle Unterschiede im Streitverhalten gibt. Die Jungen und Mädchen erarbeiteten bei „Typisch männlich – typisch weiblich“ und „Typisch Deutscher – Typisch Ausländer“ auch Möglichkeiten, wie sie als Konfliktlotsen angemessen darauf reagieren können. Abends erwartete alle in Form eine Nachtwanderung mit Fackeln eine weitere Gemeinschaftsaktion.

Der letzte Tag wurde noch genutzt, um mit den Teenagern die Mediationsgespräche ausgiebig zu trainieren, damit diese die fünf Schritte sicher anwenden lernten. Abschließend gab es eine Auswertung des Seminars mit einer Feedbackrunde.

Für die zukünftigen Streitschlichter wurde mit dem langen Seminar-Wochenende der nächste Schritt auf dem Weg zu ihrem Dienst als Mediator gemacht: Anfang März unterziehen sich die Jungen und Mädchen noch einer Prüfung mit theoretischem wie praktischem Teil, bevor sie dann an ihren beiden Schulen im Einsatz sein können.