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10.11.21

Sonderpreis für den digitalen Wohnungsverteiler

Unter dem Motto „Zukunft gestalten“ suchte das Diakonische Werk Bayern im Rahmen des diesjährigen Diakonie-Wettbewerbs zum Thema Ehrenamt innovative und kreative Projekte. Bewerben konnten sich alle Mitglieder des Diakonischen Werks Bayern, die im Rahmen ihrer Ehrenamtsprojekte neue, zeitgemäße Methoden und Techniken ausprobieren und anwenden, mit denen sie gerade auch in Corona-Zeiten Menschen in Notlagen unkonventionell erreichen.

Die Fachberatungsstelle für Wohnraumerhalt und Wohnungsnotfallhilfe der Diakonie Weißenburg-Gunzenhausen erhielt für ihren Digitalen Wohnungsverteiler einen der zwei Sonderpreise, prämiert mit 1.000 €, gespendet von der St. Gumbertus Stiftung Ansbach.

Nach Einrichtung einer speziellen Fachstelle für Wohnungsnotfallhilfe Anfang 2020 stellte sich schnell heraus, dass der Bedarf an Unterstützung zur Wohnungssuche bei vielen Betroffenen groß ist. „Viele unserer Klientinnen und Klienten sind mir der Wohnungssuche überfordert – entweder weil sie gar keine Recherchemöglichkeiten haben, sich auf dem digitalen Markt an Wohnungs-Such-Apps nicht genügend auskennen oder aufgrund vielschichtiger Problemlagen nicht die Motivation haben, gezielt auf die Suche zu gehen“, so die verantwortliche Sozialpädagogin Nadine Schwab.

Um trotz der begrenzten Ressourcen unterstützen zu können, hatten die Mitarbeitenden der Fachstelle die Idee, einen digitalen E-Mail-Verteiler einzurichten, um alle Wohnungsinteressenten niedrigschwellig erreichen zu können. Kim Schüssler, die im Rahmen ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit schon lange mit dem Diakonischen Werk Weißenburg-Gunzenhausen verbunden ist, erklärte sich schnell bereit, intensiv auf Wohnungssuche zu gehen. Honoriert wird ihre ehrenamtliche Tätigkeit mit einer Aufwandsentschädigung, die von der evangelischen Beschäftigungsinitiative in Gunzenhausen finanziert wird.

Der Wohnungs-E-Mail-Verteiler wird dann als wöchentlicher Newsletter mit aktuellen Wohnungsangeboten im hiesigen Landkreis und hilfreichen Tipps zur Wohnungssuche an alle Wohnungsinteressenten geschickt. Der innovative Gedanke dabei ist, die fortschreitende Digitalisierung auch im Wohnungslosenwesen voranzutreiben, um die Zielgruppe nicht „abzuhängen“.

Für dieses Engagement gab es nun einen Preis. Diakonie-Vorstand Wolfgang Janowsky lobte das ehrenamtliche Engagement und überreichte Geschäftsführer Martin Ruffertshöfer, Sozialpädagogin Nadine Schwab und der ehrenamtlichen Mitarbeiterin Kim Schüssler im Rahmen der Preisverleihung die Urkunde und den symbolischen Scheck in Höhe von 1000 €.

Mit dem Geld soll das Projekt weiter ausgebaut werden, indem weitere Endgeräte für die Projektarbeit angeschafft werden. Neben der Wohnungsrecherche soll ein Schwerpunkt der Arbeit die direkte Begleitung und Unterstützung einzelner Klient*innen bei deren Wohnungssuche sein.

Menschen, die beispielsweise wegen fehlender Endgeräte nicht selbstständig in der Lage sind, nach den aktuellen Wohnungsinseraten zu recherchieren oder gar den Verteiler wegen fehlender E-Mail-Adresse zu empfangen, sollen dann bei regelmäßigen Treffen mit den ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen vor Ort in der Beratungsstelle die Möglichkeit erhalten, gezielt nach Wohnungen zu suchen, die deren Bedarf entsprechen. Dazu zählen neben der Einführung in die Wohnungssuch-Apps auch die Hilfestellung beim Ausfüllen einer Mieterselbstauskunft oder die persönliche Begleitung zur Wohnungsbesichtigung. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen werden davor gezielt geschult.

Die Beratung durch die Fachstelle Wohnungsnotfallhilfe des Diakonischen Werks Weißen-burg-Gunzenhausen ist für Bürgerinnen und Bürger kostenlos. Erreichbar ist die Beratungs-stelle unter 09831/611 611 oder 0152 51451768. Anfragen können auch per Mail unter woh-nungsnotfallhilfe@diakonie-wug.de an Frau Schwab gestellt werden. Das Projekt wird aktuell durch das Diakonische Werk Weißenburg-Gunzenhausen und das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales finanziert. Spenden sind jederzeit willkommen.