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16.06.20

Streetwork: Aufklärung und neue Projekte

Noch im Februar tummelten sich ganze Schulklassen in den Räumen der Streetwork Gunzenhausen/Muhr am See. Das Präventionsprojekt „Krass – Was Du vielleicht noch nicht über Rauchen wusstest“ wurde durchgeführt, über 400 Schüler wurden damit erreicht. Heute – nur wenige Monate später – sind Projekte mit solchen Dimensionen undenkbar. Im Gegenteil, es ist ziemlich still geworden in der Anlaufstelle. Neben Sozialpädagogin Joana Sämann darf sich nur eine weitere Person zur Beratung in den Räumlichkeiten aufhalten. Sämtliche Gruppenangebote sind aufgrund der Corona-Bestimmungen untersagt. „Dies bringt eine enorme Umstellung mit sich und erfordert eine hohe Flexibilität im Arbeitsalltag“, macht Sämann deutlich, die zum Jahresanfang die Stelle der Streetwork-Arbeit bei der Diakonie übernommen hat.

Während der Ausgangsbeschränkungen bildete die sogenannte mobile und aufsuchende Arbeit das Kernstück der Streetwork-Arbeit: Die Sozialpädagogin geht regelmäßig zu den Treffpunkten der Jugendlichen und jungen Menschen. Dort ist es möglich, mit ihnen im Gespräch zu bleiben und – wo nötig – Aufklärungsarbeit in Sachen Corona zu leisten sowie Bewusstsein für die geltenden Regelungen zu schaffen. Aber auch neue Projekte wurden in den letzten Wochen erfolgreich vorangebracht: So baut Sämann mit Kolleginnen aus der Fachstelle für Wohnungsnotfallhilfe und der Kirchlichen Allgemeinen Sozialarbeit aktuell eine Notschlafstelle in Gunzenhausen auf.

Eine Rückkehr zur Normalität, also zu den Verhältnissen vor Corona, kann sie sich derzeit nicht vorstellen. Im Falle einer zweiten Infektionswelle könnte es wieder zu Beschränkungen kommen. Daher werde sie weiter verstärkt mobil arbeiten, um auch in Zukunft schnelle und unkomplizierte Hilfen leisten zu können. Die Diakonie-Mitarbeiterin befürchtet, dass insbesondere die Zielgruppe ihrer Arbeit von den längerfristigen Auswirkungen der Corona-Krise massiv betroffen sein wird: „Arbeits- und Wohnungslosigkeit werden wohl Themen sein, die uns noch lange beschäftigen."

(Textauszug aus dem Artikel im Altmühlboten vom 11. Juni 2020; Foto: Tina Ellinger)