key
Startseite  |  Kontakt & Service  |  Seitenübersicht
12.01.21

Verniedlichung mindert nicht die Wirkung

Alkohol ist in Deutschland weit verbreitet. Der Konsum keines anderen Suchtmittels ist gesellschaftlich derart akzeptiert. Dass Alkohol abhängig machen kann, wissen zwar die meisten, aber wie hoch die gesundheitlichen Risiken beim Konsum von Alkohol wirklich sind, wird häufig verdrängt und gerne verniedlicht.

Es gibt „Piccolöchen“ für die Damen, das fränkische „Seidla“ für die Herren und was Hopfenblütentee sein soll, das wissen auch alle.

Es herrscht die allgemeine Meinung vor, dass ein bisschen Alkohol nicht schadet und die positive Wirkung vom Alkohol wird gerne in den Vordergrund gestellt. Die gesundheitlichen Schäden schiebt jeder meist von sich, doch der Teufel sitzt im Detail. 

Das ach so gesunde Glas Rotwein enthält tatsächlich die in der Traube enthaltenen Antioxidantien, die gut fürs Herz sind. Diese gesunden Inhaltsstoffe können aber wegen des Alkoholgehalts ihre heilsame Wirkung gar nicht entfalten. Traubensaft hält hingegen, was Rotwein verspricht.

Und die Leber wächst erstmal schon mit ihren Aufgaben, aber wer will schon eine vergrößerte Fettleber? Solange es nicht zwickt und beißt, die Umsetzung leider heißt: „Zwischen Leber und Milz passt „allaweil“ a Pils“.

Das sogenannte Grundnahrungsmittel in Bayern und das Feierabendbier als Regel sind der Leber nicht hilfreich, eher eine Rechtfertigung für den Konsum.

Seit das Ausmaß der alkoholverursachten Folgeerkrankungen wissenschaftlich belegt ist, bemühen sich die Alkoholhersteller, ihre Produkte in ein positives Licht zu rücken und sie als Lifestyle-Produkte mit dem Rang eines Kulturgutes zu präsentieren. Alkoholbedingte Verkehrstote und Gewalt, die Kehrseite der Medaille „Kulturgut“, die die Gesellschaft nur ungern wahrhaben möchte.

Probleme mit Alkohol lösen zu wollen, ist ebenfalls keine gute Idee, da der Praxistest vielfach das Scheitern der Strategie gezeigt hat. Probleme lassen sich nämlich nicht in Alkohol ertränken, sie sind sehr gute Schwimmer.

Bei allen Fragen rund um das Thema Alkohol können Sie die Suchtberatung des Diakonischen Werkes Weißenburg-Gunzenhausen zu den üblichen Bürozeiten telefonisch kontaktieren unter 09141 8600-320. Zusätzlich können Sie uns per E-Mail unter sucht@diakonie-wug.de und via Onlineberatung über unsere Homepage erreichen.