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10.11.20

Vortragsveranstaltung der Eltern- und Jugendberatung zum Thema „Computerspiele“

Eine kleine, aber feine Runde von Eltern und Fachkräften traf sich am 23.10.20202 kurz vor dem Lockdown-Light im Gemeindehaus St-Andreas, um einen Vortrag von Klaus Lutz, Medienfachberater von PARABOL, dem Medienfachzentrum von Mittelfranken, zu hören und mit ihm über die Mediennutzung ihrer Kinder zu diskutieren. Eingeladen wurde der Fachmann von der Eltern- und Jugendberatung des Diakonischen Werkes Weißenburg-Gunzenhausen, deren Berater*innen das Thema in vielen Elternberatungen begegnet.

In der Anfangsrunde wurde deutlich, dass bei Eltern viel Verunsicherung bei diesem Thema herrscht und diese sich konkrete Tipps wünschen. Neben der Angst, das Kind könne eine Spielsucht entwickeln, berichteten die Eltern, dass es noch schwieriger geworden sei, als Eltern den Überblick zu behalten, seit die Kinder coronabedingt immer mehr schulisch den PC oder das Tablet benötigen.

Klaus Lutz war es wichtig, den Eltern die Faszination nahezubringen, die „das Zocken für die Kids hat“. Die Gamer seien beim Spielen fokussiert und klar, ganz im Hier und Jetzt und könnten damit Anforderungen und Belastungen der Außenwelt hinter sich lassen. Dieses positive Gefühl, aber auch das Dabeisein in der Gruppe Gleichaltriger mache das Spielen so attraktiv. Wie Spielen mit Playmobil oder Brettspiele seien Computerspiele zweckfrei und eine Möglichkeit runterzukommen und sich eine Auszeit vom Alltag zu nehmen. Meist werde diese Form des Spiels allerdings von Eltern negativ bewertet. Oft würden die Eltern nicht einmal die Inhalte selbst als problematisch ansehen, sondern die hohe Zeitbindung, die mit dem Spielen von Computerspielen verbunden sei. Ewige Streitereien um die Begrenzung von Spielzeiten seien fester Bestandteil in den Familien.

Der Medienpädagoge riet jedoch dazu, das Spielen selbst nicht abzuwerten, auch wenn man als Eltern die Faszination nicht nachvollziehen könne. Eine gute Runde in einem Spiel sei kaum unter 45 Minuten zu machen und er empfahl daher flexible Zeitregelungen. Allerdings appellierte er dennoch eindeutig an die Eltern, nicht zu resignieren und Grenzen zu setzen. Das wäre eine Anstrengung, die sich lohne und zeige den Kindern auch eine gewisse Fürsorge der Eltern. Schließlich sei es die Aufgabe von Jugendlichen, Grenzen zu verschieben und die Aufgabe der Erwachsenen, diese zu setzen. Kinder auf die Gefahren im Netz hinzuweisen sei die Pflicht von Erziehenden und vergleichbar mit dem ADAC Sicherheitstraining.

Einige ganz konkrete Ratschläge gab er zum Thema „Altersfreigaben“ und „In Game-Käufe“. Eltern seien gesetzlich nicht verpflichtet, sich an die Altersfreigabe zu halten, er rate jedoch dringlich dazu, da diese pädagogisch gut begründet seien. Kinder und Jugendliche könnten seiner Meinung nach in Absprache mit den Eltern Spielerweiterungen von ihrem eigenen Taschengeld kaufen.

In der anschließenden Diskussionsrunde gab es einen intensiven Austausch unter den Eltern und es wurde deutlich, wie hilflos und auch gestresst Eltern durch den Medienkonsum ihrer Kinder sind. Entlastend zu hören, dass es nicht nur in der eigene Familie so ist. Es wurden aber auch Erfahrungen und hilfreiche Tipps ausgetauscht, wobei deutlich wurde, dass jede Familie ihre eigene gute Lösung finden muss.