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24.10.16

Projekt "SehnSucht"

An der Stephani-Mittelschule wurde nun in den 8. Jahrgangsstufen das Projekt „SehnSucht“ durchgeführt. Jugendsozialarbeiter Thomas Pfaffinger vom Diakonischen Werk Weißenburg-Gunzenhausen hatte sich zur Durchführung Unterstützung durch Präventionsfachkraft Svenja Memet und Christiane Kögler von der Polizeiinspektion Gunzenhausen geholt. Ziel der Unterrichtseinheiten war, dass sich die Jungen und Mädchen intensiv mit eigenen Sehnsüchten und ihrem daraus entstehenden Konsumverhalten auseinandersetzten. Anschließend erarbeiten die Schüler nun ein Drehbuch, das sie in einen Wettbewerb zum „Filmenden Klassenzimmer“ einreichen.

Während der Unterrichtseinheiten stand die folgende Frage im Fokus: „Welche Wünsche und Sehnsüchte herrschen vor, wenn Menschen verschiedene stoffgebundene aber auch stoffungebundene Mittel konsumieren?“ Als Einstieg setzten sich die Achtklässler deshalb mit ihren eigenen Sehnsüchten auseinander. Gemeinsam überlegten sie, welche Werte für sie selbst wichtig sind. Dabei wurden auch Selbstverständlichkeiten wie „Das Recht in die Schule zu gehen“, „Dazu zu gehören“, Computer und Handy oder Freunde kritisch hinterfragt. „Nicht selten greifen schließlich vor allem junge Menschen zu Suchtmitteln, um cool und Teil einer Clique zu sein.“, erläutert Thomas Pfaffinger, der seit sieben Jahr an der Stephani-Mittelschule als Sozialpädagoge tätig ist.

Anschließend galt es, aus einem „Suchtsack“ verschiedene Gegenstände zu ziehen, die mehr oder weniger mit dem Thema Sucht zu tun haben. Jeder Schüler war dazu aufgefordert, seine Ideen zu äußern, was der gezogene Gegenstand mit dem Thema Sucht zu tun haben könnte und welche eigentliche Sehnsucht hinter dessen Konsum stehen könnte. Schnell ergaben sich interessierte Diskussionen über einzelne Konsummittel wie Nikotin, Alkohol, Medikamente aber auch Sport, Süßigkeiten und Smartphones. Die Schüler nutzten zudem ausgiebig die Chance, ihre Fragen an Christiane Kögler von der Polizeiinspektion Gunzenhausen zu stellen. Neben den rechtlichen Aspekten, wie beispielsweise den Altersgrenzen hinsichtlich der Strafmündigkeit oder auch ab wann Alkohol trinken legal ist, gab es zahlreiche Rückfragen zum Berufsalltag der Polizistin. „Hier sind durch die vielen Scripted-Reality-Sendungen oft verzerrte Bilder von den Aufgaben der Polizei bei den Schülern entstanden. In diesem Rahmen konnten diese gut gerade gerückt werden.“, schildert die Polizeihauptmeisterin ihre Erfahrungen aus den Unterrichtsstunden.  Im Folgenden machten sich die Jugendlichen noch Gedanken darüber, wie sich das Konsumverhalten vom Genuss, dem Missbrauch, über die Gewöhnung hin zur Abhängigkeit gestalten kann. „Die Grenzen zwischen den Stadien des Konsumverhaltens sind häufig fließend.“, macht Svenja Memet deutlich, die seit April in der Suchtberatung der Diakonie tätig ist. Im Folgenden ordneten die Schüler noch verschiedene Fallbeispiele der Suchtspirale zu und erarbeiteten, wie sich ein übermäßiger Konsum auf verschiedene Lebensbereiche auswirken kann.

Den Fachkräften ist klar, dass die Vorstellung einer „drogenfreien Jugend“ letztlich eine Utopie ist: Den Jugendlichen muss zugemutet und zugestanden werden, dass sie entscheiden können bzw. lernen, was gut für sie ist - und was nicht! Zum Ende der Einheit „Sehnsucht“ appellierten sie deshalb an das Verantwortungsbewusstsein der Jugendlichen: „Lasst auf jeden Fall die Finger von den harten Drogen.“

In den nächsten Wochen werden die Schüler nun im Unterricht ein Drehbuch entwickeln, das sie in einen Wettbewerb mit den anderen teilnehmenden Klassen einreichen. Die Siegerklasse darf letztlich nach München in die Bavaria Filmstudios fahren und dort ihre Geschichte zum eigenen Film werden lassen. Das Projekt „Filmendes Klassenzimmer“ wird in diesem Jahr finanziell ermöglicht durch den Präventionswegweiser e. V. sowie die Weißenburger Kinderstiftung.