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07.03.11

Facebook und Co: Medienprojekt an der Stephani-Schule regt zum Nachdenken an

Bei einer Befragung der Schüler der Stephani-Mittelschule und des Sonderpädagogischen Förderzentrums in Gunzenhausen kam deutlich heraus, dass Jugendliche und auch schon Kinder einen beachtlichen Teil ihrer Freizeit mit der Kommunikation in Sozialen Netzwerken verbringen. Zu den bekanntesten Netzwerken zählt derzeit neben dem Branchenriesen Facebook das im Landkreis sehr bekannte Party Screen. Ebenso üben die VZ-Netzwerke (meinVZ, schülerVZ und studiVZ) einen großen Reiz auf die nachwachsende Generation aus. Die schnelle Kontaktaufnahme, der unkomplizierte Austausch von Nachrichten und die Möglichkeit des raschen Aufbaus eines großen Netzwerkes an Bekanntschaften sind die großen Vorteile der Communities.

 

Neben diesen Vorzügen bergen Facebook & Co. jedoch einige Risiken und Gefahren. Um diese den Jugendlichen bewusst zu machen und mit ihnen hierüber ins Gespräch zu kommen, wurde in den vergangenen zwei Wochen in der Stephani-Mittelschule ein schulartenübergreifendes Präventionsprojekt initiiert. Streetworkerin Svenja Memet sowie die beiden Fachkräften der Jugendsozialarbeit an Schulen  Veronika Schmalz und Thomas Pfaffinger organsierten und führten die Veranstaltung durch. Tatkräftige Unterstützung erhielten die drei von zahlreichen Kollegen aus dem Bereich der Jugendhilfe sowie der Präventionsarbeit.

 

Die Schüler der Mittel- sowie Wirtschaftsschule, der Fachakademie für Sozialpädagogik und des Sonderpädagogischen Förderzentrums erwartete eine interaktive Spielaktion. Insgesamt fünf Stationen durchliefen die Jungen und Mädchen, um letztlich ein eigenes Profil in Papierform zu gestalten. Dabei ging es darum, persönliche Daten anzugeben, sich fotografieren zu lassen oder alternativ eine Bildcollage zu entwerfen.  Zudem hatten die Schüler die Wahl, Gruppen oder Freunde für ihr Profil zu gewinnen, in dem sie sich mit rechtlichen und moralischen Fragen bezüglich der Netzwerke auseinander setzten. Hier bot sich oftmals die Möglichkeit, für intensive Gespräche mit den Teilnehmern, wie die Sozialpädagogen im Nachhinein deutlich herausstellen. Eigene Erlebnisse und Problemlagen der Jugendlichen konnten so aufgearbeitet werden.

 

Zum Ende hin präsentierten die Jungen und Mädchen den Fachkräften sowie ihrer Lehrkraft ihr eigenes Profil, das zuvor von ihren Mitschülern hinsichtlich der Aussagekraft und dem Risikofaktor mit Notizen wie „Vorsicht gefährlich“ oder „Mit dieser Person wäre ich auch gerne befreundet“ gekennzeichnet wurde. Diese Bewertungen boten schließlich reichlich Gesprächsstoff für die gemeinsame Feedbackrunde, in der es darum ging, offene Fragen der Schüler und Beobachtungen seitens der Sozialpädagogen aufzugreifen und zu besprechen.

 

Rückblickend bleibt festzuhalten,  dass einige Jugendliche das Bedürfnis hatten, ihre privaten Daten sowie Bilder ohne große Überlegungen einer schier unüberschaubaren Öffentlichkeit bekannt zu geben.  Jedoch zeigte sich während des Projektes auch, dass die Mehrheit der Schüler sehr umsichtig und überlegt mit den neuen Medien und insbesondere den Netzwerken umgeht. Die vielfältigen interessierten Rückfragen der Schüler untermauerten diesen Eindruck, Hintergrundwissen konnte entsprechend weitergegeben werden.

In angebotenen nachmittäglichen Workshops bot sich die Möglichkeit, dass die jungen Menschen aufgekommene Fragen klären und sich kreativ einbringen konnten. Die Teenager drehten einen Handy-Clip, setzen sich mit digitaler Fotografie und ihren Möglichkeiten auseinander. Der Verein „Präventionswegweiser“ ermöglichte die Durchführung der gut besuchten Workshops.