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16.05.11

Wohnungsprojekt gestartet

Konflikte zwischen Vermietern und Mietern (z.B. ausstehende Miete oder Fehlverhalten des Vermieters) oder Konflikte zwischen Mietern untereinander führen oftmals dazu, dass die Fortführung eines Mietverhältnisses ernsthaft gefährdet wird und im schlimmsten Fall seitens des Vermieters eine Kündigung ausgesprochen wird. In diesem Fall ist der Mieter ganz konkret von Wohnungslosigkeit bedroht. Findet er nicht rechtzeitig eine neue Wohnung, droht ihm die Obdachlosigkeit. Die Gemeindem sind in diesem Fall gefordert, Notunterkünfte für die wohnungslosen Bürger bereitzustellen.

 

Unser Modellprojekt setzt schon früher an. Wir werden präventiv tätig und setzen uns zum Ziel, Wohnungslosigkeit erst gar nicht entstehen zu lassen. Entsprechende Projekte existieren bereits in mehreren größeren Städten Bayerns und arbeiten dort mit gutem Erfolg. Im Gegensatz zu diesen Projekten ist unser Modellprojekt im ländlichen Raum angesiedelt; wir versuchen, der besonderen Struktur des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen Rechnung zu tragen und eine Fachstelle zur Verhinderung von Wohnungslosigkeit in unserem Landkreis einzurichten.

 

Wir haben uns zum Ziel gesetzt, durch unser präventives Arbeiten Folgekosten für Vermieter (Räumung) und Gemeinden (Notunterkunft) zu reduzieren. Trotzdem steht bei unserem Handeln getreu unserem Motto „Im Auftrag der Nächstenliebe“ der Mieter, der Mensch im Mittelpunkt. Wir begreifen die eigenen Wohnraum als einen schutzbedürftigen Raum des Rückzugs, der Geborgenheit und als den Mittelpunkt des familiären Lebens. Deshalb machen wir es uns zur Aufgabe, diesen Wohnraum zu schützen und Menschen vor Wohnungslosigkeit zu bewahren.

 

In erster Linie sehen wir uns deshalb als Anlauf- und Beratungsstellen für Menschen, die von Wohnungslosigkeit bedroht sind. Auf der anderen Seite möchten wir jedoch auch den Vermietern im Konfliktfall als Berater zur Seite stehen. Auch wollen wir ein kompetenter Ansprechpartner für die Gemeinden und für die zahlreichen Beratungsstellen im Landkreis sein.

 

Konkret heißt dass, das wir aufsuchend tätig sein werden. Bei Konfliktsituationen werden wir direkt in die Wohnungen gehen, die Missstände vor Ort besichtigen und klärende Gespräche zwischen Vermietern und Mietern suchen und moderieren. Wir können auch Mieter coachen. Manche Mieter sind vielleicht mit der Situation als Mieter überfordert, wissen nicht um ihre Pflichten, weil sie entweder noch sehr jung sind und zum ersten Mal als Mieter auftreten oder weil sie vielleicht Sprachprobleme haben und einige Dinge, die der Vermieter von ihnen verlangt, nicht korrekt verstehen. In diesen Fällen möchten wir als Berater zur Seite stehen und den Menschen vermitteln, welche Rechte und Pflichten mit einem Mietvertrag einhergehen.

 

Wir werden ebenfalls Mieter bei Behördengängen unterstützen. Viele Menschen trauen sich nicht, bei finanziellen Problemen an den entsprechenden Stellen um Hilfe zu bitten. Bei manchen ist wiederum die Sprachbarriere das Problem. Hier bieten wir uns als Hilfe an, wobei wir keinen Rundum-Service bieten wollen, sondern die Leute lediglich unterstützen und sie bestärken, dass sie in der Zukunft in der Lage sein sollen, die entsprechenden Behördengänge selbständig zu erledigen.

 

Bei finanziellen Schwierigkeiten vereinbaren wir Zahlungspläne mit den Vermietern oder den Kreditinstituten. Ziel ist es in den allermeisten Fällen, den vorhandenen Wohnraum zu erhalten und eine Kündigung abzuwenden. Um dies zu erreichen, ist die Schaffung eines geregelten Zahlungsplanes gegenüber den Gläubigern unabdingbar.

 

Unser eigenes Netzwerk im Diakonischen Werk wird uns bei der Bewältigung dieser Aufgaben sehr gut unterstützen können. Es ist ausdrücklich erwünscht, dass Klienten anderer Beratungsstellen an uns verwiesen werden können, wenn eine Wohnungsproblematik entstanden ist. Umgekehrt können wir uns auf das Netzwerk stützen, wenn in der Fallarbeit beim Klienten noch weitere Problematiken (z.B. Sucht, Arbeitslosigkeit) zum Vorschein kommen.

 

Wir sind davon überzeugt, dass in unserem Raum die Notwendigkeit und der Bedarf für ein solches Projekt bestehen und eine nachhaltige und stetige Installation einer solchen Stelle sinnvoll ist. Deshalb ist es unser Ziel, das Projekt nach dem Zeitraum der Modellprojektphase in eine dauerhafte Beratungsstelle überzuführen.